Ich weiß, sag’s nicht, es ist JAHRE her seit ich zum letzten Mal geschrieben habe. Und es tut mir leid. Da die Ausbildung immer noch das selbe wunderbare Abenteuer ist, dass ich gerade erleben darf, habe ich beschlossen mich in diesem Post auf zwei wunderschöne Wochenenden zu konzentrieren.

img_3386
Moggerhanger Park Manor House

Ich bin mir nicht sicher ob William Wilberforce bei jemandem ein Glöckchen läuten lässt. Dadurch das ich studierte Sozialarbeiterin bin, bin ich mir diesem Namen ziemlich bewusst, da er Teil der  Clapham Gruppe war, was ihn zu einem Sozialreformator macht.
In Kürze zusammengefasst: Wilberforce und die Clapham Gruppe haben im 18. Jahrhundert die Sklaverei abgeschafft und das Britische Sozialsystem reformiert.
Da mein Projekt für die Ausbildung angenommen wurde, lese ich momentan viel über moderne Sklaverei um meine Kreativität einzusetzen um darauf aufmerksam zu machen. Tatsächlich gibt es eine Dance Company, die von einer ehemaligen Auszubildenden von Springs gegründet wurde, und die durch ihre Arbeit auf moderne Sklaverei aufmerksam macht: The Natashas Project. Die ‘Creative Director’ von Springs hat mir geraten mich an diese zu wenden und wenn möglich eine Aufführung von ihnen anzusehen.

img_3387
Portrait von Wilberforce

Wunderbarerweise hatten sie eine Aufführung am letzten Oktoberwochenende bei einer Konferenz in Bedford. Noch viel wunderbarer ist, dass Erena, Gründerin der Company, einen Platz für mich organisiert hat. Dadurch habe ich nicht nur ihre fantastische Aufführung sehen können, sondern gleichzeitig eine komplette Konferenz zum Thema erleben dürfen, die mir jede Menge Informationen für mein Projekt gegeben hat. Als wenn das allein nicht gereicht hätte, fand diese Konferenz in Moggerhanger Park statt, genauer gesagt dem Manor House,  welches gleichzeitig derselbe Ort ist, den Wilberforce und die Clapham Gruppe nutzten. Es gehörte der Familie Thornton, Freunden von Wilberforce, und wir saßen in exakt den Räumen, in denen Wilberforce und seine Freunde vor über hundert Jahren darüber nachgedacht haben, wie sie Sklaverei in Angriff nehmen können. Es war ein wirklich besonderer Ort.

img_3519
“The pumpkin man”

Die letzte Woche waren Herbstferien, welche ich im Grunde damit verbracht habe meine Hausarbeit für Tanzwissenschaften zu schreiben. Ich habe die gerne geschrieben, war aber auch ebenso froh diese endlich abzugeben. Glücklicherweise war ich zu Freunden in West Sussex, in der Nähe von Chichester, übers Wochenende eingeladen. Das war eine wirkliche Belohnung. Sie haben mich von vorne bis hinten verwöhnt. Es war eine schöne Abwechslung mal (wieder) jemanden zu haben, der wunderbares Essen für mich gekocht und sich komplett um mich gekümmert hat.  (Vielen Dank nochmal, Shelagh and Steve! Ihr seid wunderbar!). Wir sind zu einem kleinen Dorf, namens Slindon, gefahren, dass vom National Trust geschützt ist. Hier haben wir Kürbis für einen leckeren ‘pumpkin and carrot cobbler’ gekauft. Dieser Kürbis Ort ist besonders, da sie dort jedes Jahr ein Bild aus Kürbissen ausstellen. Anders als ich zuerst dachte sind diese nicht gefärbt oder angemalt, sondern es ist ihre natürliche Farbe.

img_3540
Easthead beach

Wie du vielleicht in dem Bild sehen kannst, war es grau und regnerisch als ich angekommen bin. Glücklicherweise hat sich das Wetter geändert und meine Freunde haben mich an den Strand gebracht für einen wunderschönen Spaziergang. Es war sonnig (vielleicht erkennst du meinen Schatten) aber windig. Irgendwie funktioniert die Sonne in England nicht so wie in anderen Ländern: Du kannst sie sehen aber nicht fühlen! Dennoch, dieses Land stiehlt mein Herz immer mehr. So sehr ich London auch liebe, es ist nicht mit der britischen Landschaft in den Dörfern zu vergleichen. Die süßen Häuschen und Cottages, die Küste, die Wälder. Selbst Wind und Regen machen mir nichts aus! Gib mir ein Paar Gummistiefel und eine Regenjacke und ich bin selbst im Regen glücklich. Das ist wahre Liebe. Normalerweise bin ich die Erste, die sich über Regen beschwert (meine Kassler Freunde wissen was ich meine). Auf der anderen Seite ist nahezu jedes Haus in England mit einem Kamin ausgestattet. Mit heißem Tee vorm Feuer aufgewärmt zu werden hilft sich über Regentage zu freuen…

img_3546
Arundel castle

an meinem letzten Tag sind wir nach Arundel gefahren. Nicht das aus ‘Die Eiskönigin’ (das ist Arendelle), aber ich verwechsle die beiden auch manchmal. Insbesondere weil es ziemlich einfach ist sich Anna und Elsa in diesem Schloss vorzustellen. Hmm, vielleicht habe ich auch ein wenig zu viel Once upon a time in letzter Zeit geguckt…
Der Punkt ist, es war ein fantastisches Wochenende, und ich habe mich einmal mehr in diese wunderbare Insel verliebt.

Am Montag haben wir in die Projektwoche gestartet, was heißt das wir die Woche nur eine Tanzstunde am Tag haben und viel Zeit zum Proben und um selber kreativ zu werden. Heute hatten wir eine wunderbare Stunde in der wir mit Kontaktarbeit angefangen haben. Und Nachgesprächen. In unserem Nachgespräch haben wir eine Din A4 Seite mit wunderbarem Feedback und Verbesserungen von unseren Lehrern bekommen. es hat mich tatsächlich etwas zu Tränen gerührt. Insbesondere als der Schlüsselsatz fiel.

“We would love to have you!” bedeutet: Ich hab’s geschafft! Ich bin seit heute offiziell Mitglied der Elevate Company (OMG!!!!!!!). Es ist also gut, dass ich dieses Land so sehr liebe, da ich noch etwas mehr Zeit hier verbringen werde. 🙂

Gute Nacht für heute,

alles Liebe,

Linn XXX