Wenn ich beim letzten mal sagte “es ist ein Weile her”, weiß ich nicht ganz wie ich die vergangene Zeit diesmal beschreiben soll…

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National History Museum

Es ist unheimlich viel passiert. Am ersten Oktober war ich mit Freunden aus der Gemeinde im National History Museum und im Science Museum. Wie bei den meisten Museen in London – freier Eintritt. Riesige Dinosaurier, Steine und Vulkane und im Science Museum viele Informationen rund ums All, Daten, Textilien, Strom und Energie und… naja, Wissenschaft. Es war ein wunderbarer Tag und beide Museen sind einen Besuch wert, auch wenn ich das Science Museum bevorzuge.
Nächste Woche Samstag werden wir das V&A besuche. Also, Dinge auf die ich mich freuen kann! 🙂

Nach den Museen sind wir noch in den Hyde Park gegangen, was ebenfalls sehr schön war, mit posierenden Schwänen und einem umwerfenden Sonnenuntergang. Außerdem war ich auf einem 30sten Geburtstag zu dem wir verkleidet kommen mussten (unglaublich lustig!). Obwohl ich mich irgendwann etwas seltsam gefühlt habe, nicht wegen der Party, sonder weil die meisten der Gäste junge Familien waren, die ihre Babys mitbringen mussten (und die Bei ihrer Verkleidung gemacht haben! Das Süßeste was ich je gesehen habe!).

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Er (oder sie?) weiß wie man posiert

Im Grunde bedeutet das allerdings, dass wir am Ende noch ungefähr sieben Leute waren die getanzt haben, weil der Rest nach Hause musste und ihre Babys und Kinder ins Bett bringen mussten.

Ausbildungsmäßig ist alles nach wie vor fantastisch! Ich habe in diesem Monat den ich hier bin so viel gelernt! In “teaching practice” musste jede von uns ein warm up für eine bestimmte Altersgruppe vorbereiten und dieses mit der Gruppe durchführen. (Also zwei haben das Warm up geleitet, die anderen haben sich der Altersgruppe entsprechend verhalten). Ich muss zugeben – Das innere Kind rauszulassen kann umwerfend komisch sein! Und es hilft wirklich zu verstehen, wie man Dinge und Aufgaben für die verschiedenen Altersgruppen erklärt!
Dann kam meine Familie für eine Art Überraschungsbesuch. Überraschungsbesuch, weil sie mir drei Tage vor Anreise gesagt haben, dass sie kommen werden. Ich habe sie also letzte Sonntag und am Donnerstag gesehen. Ich habe heute meinen Freunden aus der Gemeinde erzählt, dass ich die am meisten vermisse. Ich bekommen nicht unbedingt Heimweh.

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Marlowe Theatre für Alvin Ailey

Es macht mir nichts aus Deutschland zu verlassen und wegzugehen. Aber als Familienmensch vermisse ich eben diese und natürlich auch meinen Verlobten. Nicht auf eine Art und Weise das ich sofort meine Sachen packen und zurückziehen muss. Was ich versuche auszudrücken: Es war einfach wundervoll meine Eltern und meine Babyschwester (sie ist 22, aber immer noch meine Babyschwester!) hier zu haben und an meinem Leben teilhaben zu lassen.
Zum Glück hatte ich am Freitag als sie gefahren sind nicht viel Zeit um melancholisch zu werden, weil ich mit drei anderen aus der Ausbildung und einer Ehemaligen nach Canterbury gefahren bin, um das Alvin Ailey American Dance Theatre zu sehen. Zu sagen das der Abend der Wahnsinn war wäre die Untertreibung des Jahrhunderts! Sie haben verschiedene Stücke getanzt. Ich habe also Exodus, Night creatures, after the rain (pas-de-deux) und Revelations gesehen. Fantastische Tänzer die innerhalb eines Abends verschiedene Tanzstile getanzt haben, alle in Perfektion. Absolut inspirierend. Wenn meine Lehrer also jetzt sagen den Bauch anzuspannen und zu aktivieren, wissen wir nicht nur wie sich das anfühlt, sondern eben  auch wie es aussieht!

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Wade in the water

Wäre Kunst nicht so teuer würde ich mindestens zweimal die Woche unterschiedliche Aufführungen ansehen! Insbesondere Revelations war eine, naja Offenbarung. Dies ist eines der ersten (und bekanntesten) Stücke, die Ailey in den 60ern in Amerika als schwarzer Tänzer mit ein Company bestehend aus schwarzen Tänzern choreographiert hat. (Wenn du in Geschichte aufgepasst hast weißt du wie besonders das ist!) In Revelations hat er also seine frühesten Erinnerung als Mitglied der schwarzen Gesellschaft und geboren in Texas zu Gospelsongs choreographiert. Der Punkt ist: Wenn du die Chance hast die Company zu sehen – TU ES!

Gestern habe ich mich mit Marie getroffen, einer dänischen Freundin die Ich in der Gemeinde kennengelernt habe, und wir haben beschlossen Essen zu gehen. Als es anfing zu schütten und die Pubs die wir gefunden haben kein Essen serviert haben, sind wir letztlich in einem indischen Restaurant gelandet. Was wir dem Menu entnehmen konnten schien es nicht so teuer zu sein.

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The fancy part!

Lass mich dir eins sagen! Wenn du an einen Ort kommst wo du mit ‘Damen’ abgesprochen wirst, dir die Türen geöffnet werden, dir die Stühle zurecht gerückt werden, dir die Jacke abgenommen und in einen separaten Raum (!) gebracht werden UND die Stoffverviette auf deinen Schoß gelegt wird – wird das Essen sicherlich teurer als du dachtest. 😀 Wir haben uns etwas fehl am Platz gefühlt, klatschnass und neben einer 30-jähriger-Hochzeitstag-Feier. Wie auch immer, das Essen war fantastisch und nicht so teuer wie wir befürchtet hatten. Aber wenn man mit einem McDonalds-Preis-Essen rechnet erscheint ein schickes Restaurant deutlich teurer. Am Schluss war es ein fantastisches Essen und ein wunderschöner Abend!

Ich bin gespannt was die nächsten Wochen und Monate bringen, insbesondere da mein Projekt angenommen wurde!!! Ich werde also fleißig lesen und choreographieren für ein Awareness-Raising-Video über moderne Sklaverei für FreeThem Germany.

Ich schreibe bald (versprochen!!!!),

alles Liebe,

Linn X

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